Vera  Naumann
Fichtenstraße 18
72184 Rohrdorf
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1.2. Körpersprache

 

Dieses Kapitel hat folgende Abschnitte:

1.2.1. Gestik
1.2.2. Mimik
1.2.3. Haltung
1.2.4. Berührung
1.2.5. Position im Raum
1.2.6. Stimme als Körpersprache

Körpersprache ist alles, was wir gleichzeitig zum Reden, vor oder nach einer Äußerung mit unserem Körper aussagen: nonverbale Kommunikation. Ebenso wie wir nicht nicht kommunizieren können (denn auch Schweigen ist ein Teil der Kommunikation), können wir nicht keine Körpersprache zeigen.

Körpersprache trägt zur Verständigung wesentlich bei. Das zeigt sich z. B. daran, daß das Telefonieren in einer Fremdsprache ziemlich schwierig sein kann. Das Verständnis des Gesprächspartners können wir hier nur akustisch beeinflussen, nicht mit Gesten oder Blickkontakt.

Bei Gesprächen, wo sich die Gesprächsteilnehmer sehen können, wird dieses Verständnis oder Unverständnis überwiegend nonverbal, also nicht mit Worten, ausgedrückt. Das läuft meistens unbewußt ab. Nur wenn eine Störung oder etwas Ungewöhnliches auftritt, rückt die Körpersprache ins Bewußtsein.

Körpersprache und sozialer Status zeigen einen gewissen Zusammenhang. Personen mit hohem sozialen Status neigen dazu, weniger Mimik zu zeigen, weniger und auch leiser zu lachen, gemessene Bewegungen mit Händen und Füßen zu machen und mehr Platz einzunehmen als Personen mit niedrigerem sozialen Status. Bei Menschen, die in einer Situation einen niedrigen sozialen Status innehaben, ist oft eine starke Gestik und Mimik, z. B. ausgeprägtes Kopfnicken zu beobachten, viele Knicke in der Körperhaltung (Unsicherheit?) und wenig beanspruchter Platz.

Interpretationen von Körpersprache sind nur aus einem gesamten Zusammenhang einer Kommunikation sinnvoll. Einzelne Gesten oder Haltungen zu deuten, wie z. B. verschränkte Arme, ist in der Regel nicht sinnvoll. Jeder Mensch zeigt eine für ihn typische Körpersprache (in verschiedenen Situationen). Manche Menschen können über Blickkontakt wunderbar Kontakt herstellen in Gesprächen; andere sehen vielleicht ungern in die Augen ihres Gegenübers, haben aber eine fein ausgeprägte Gestik, die viel zur Verständigung beiträgt. Hilfreich ist es noch am ehesten, die Verspannung oder Anspannung bei einem Gesprächspartner wahrzunehmen, denn hier kann durch die Kommunikation mit Worten möglicherweise Spannung abgebaut werden.

 

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1.2.1. Gestik

 

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1.2.2. Mimik


Beispiel: Mit jeder Zeile beginnt ein neuer Blickkontakt.

Guten Abend,
meine Damen und Herren,
ich freue mich sehr,
daß Sie so zahlreich
zu unserer kurzfristig angekündigten
Eigentümerversammlung
gekommen sind.
Wir haben heute
eine Reihe dringender Themen
auf dem Programm ...

 

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1.2.3. Haltung

 

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1.2.4. Berührung

 

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1.2.5. Position im Raum


Merke:

Tür im Rücken - mußt Dich bücken!
Fenster im Gesicht - blendet das Licht.
Weggegangen - Platz vergangen!
Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.

Früh kommen, Platz sicher markieren (Brille, Etui, loser Papierstapel, Kaffeetasse,
Schlüsselbund, Kleidung überm Stuhl, der Schal auf der Mappe ...)

Gegner und Freunde lieber gegenüber als daneben sitzen lassen.
Zugang zu Medien sicherstellen.
Chefstuhl besetzen schafft Macht, aber auch mal Ärger.

Unerwartete Änderungen einer vertrauten Sitzordnung schaffen.

Verunsicherung oder Überraschung und auch verschiedenste Reaktionen.

Abwägen, wofür sich das Risiko lohnt!

 

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1.2.6. Stimme als Körpersprache

Frauen und Männer haben meist unterschiedliche Stimmen. Interessanterweise unterscheiden wir die Stimme aber nicht nach der Stimmlage, sondern nach Modulation und Rhythmus! Besonders gut zu hören (für Deutsche) ist das z. B. bei Engländern, wo eine starke Modulation und auch sehr hohe Töne für eine Männerstimme zur ganz normalen Aussprache gehören; oder bei Amerikanerinnen, die mit sehr tiefer, getragener Stimme sprechen können, wie es für deutsche Frauenstimmen eher untypisch wäre. Die Melodieführung ist also abhängig von der Sprache.

Nicht nur die mit der Stimme geäußerte Körpersprache ist stark kulturabhängig - auch andere körpersprachliche Signale sind geprägt von der Kultur, in der die Menschen leben. Ebenso wie es in der gesprochenen Sprache Dialekte und Jargons gibt, sind auch in der Körpersprache Besonderheiten zu finden, die von der jeweiligen Benutzergruppe abhängen. Ein deutliches Beispiel dafür ist das O.K.- Zeichen aus der Tauchersprache: Daumen und Zeigefinger bilden einen Ring, die anderen Finger sind weggestreckt. In Bayern ist dieselbe Geste eine obszöne Beleidigung!

Wenn Sie als Referent/in, Ausbildungsbeauftragte/r oder Betreuuer/in arbeiten, haben Ihre Berührungen einen ganz besonderen Charakter, denn Sie befinden sich in einer Machtposition gegenüber Ihren Teilnehmerinnen und Teilnehmern, gegenüber den Auszubildenden oder den Zuhörer/innen. Wenn Sie z. B. jemandem die Hand auf die Schulter legen, kann das tröstlich, unterstützend, aufmunternd o. ä. verstanden werden. Machen Sie sich aber bewußt, daß diese auch noch so gut gemeinte Berührung etwas mit Macht zu tun hat: Ihre Auszubildenden würden Ihnen vermutlich nicht die Hand auf die Schulter legen! Testen können Sie die Frage nach der Macht, die in Berührungen liegt, ganz einfach: Überlegen Sie, wie es wirken würde, wenn Sie in der Rolle der oder des Anderen, des "Mächtigen" wären.

Wenn Sie das ganz normal finden, schön! Wenn nicht, dann könnte die Berührung etwas mit Ihrer Macht zu tun gehabt haben. Gestehen Sie den anderen die Unverletzlichkeit ihrer privaten Aura zu, und benützen Sie Berührungen in Ihrer Körpersprache am besten nur dann, wenn Sie sicher sind, daß sich beide Seiten damit wohlfühlen.


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