3.3.3. Verzierungen und Symbole
Verzierungen und Symbole erfreuen sich seit der standardisierten Verbreitung in diversen Textverarbeitungs- und Grafikprogrammen einer gewissen Beliebtheit. Verwenden Sie sie in Maßen, und lenken Sie dadurch nicht von der eigentlichen Botschaft (dem Text) ab.
- bullet points und Pfeile für Aufzählungen
- V-Haken: erledigt
- Kleeblatt: bringt Glück
- Herz: beliebt
- Smiley: fröhlich, gut
- Buch, Seite: nachlesen, Dokument
- dunkle Wolke: Problem, Mißstimmung, großer Ärger
- Zickzackpfeil: unbefriedigend, schwierig
- Tasse: Kaffeepause
- Briefumschlag: Kontakt, Adresse
- Glühbirne: Idee, Licht aufgegangen
- Kerze: besinnlich
- Bombe: größere Gefahr
Verzierungen sollen etwas verzieren - aber nicht im Vordergrund stehen. Ein Plakat voller Smileys macht eine schlechte Nachricht nicht besser!
nach oben
3.3.4. Moderationskarten richtig einsetzen
Wenn Sie die folgenden Regeln für den Einsatz von Moderationskarten beachten, erzeugen Sie seriöse, repräsentativ aufgebaute Schaubilder. Natürlich geht´s auch anders - aber je wilder und bunter Ihre Visualisierung wird, desto weniger wird sie auch ernstgenommen. Kreativität drückt sich nicht in einem möglichst unregelmäßigen Aufbau aus ...
Tabellen:
- Überschriften abgrenzen durch Farbe oder Form
- pro Zeile eine Farbe und Form oder pro Spalte eine Farbe und Form
- keinesfalls wildbunt
- Schrift nur waagerecht innerhalb der Karte
- Schräg gehängte Karten regelmäßig anordnen
Lese- und Aufbaurichtungen:
- von links nach rechts
- von oben nach unten
- von innen nach außen
- vom Bekannten zum Neuen
nach oben
3.3.5. Brainstorming mit Mind Mapping
Brainstorming - "Gehirnstürmen" - bedeutet, daß alle Beteiligten zunächst alles einbringen, was immer ihnen zum Thema oder zur Frage einfällt. Dabei ist es besonders wichtig, die Schere im Kopf wegzulassen und alles wertungslos auf den Tisch zu bringen. Dafür ist der Moderator verantwortlich.
Mind Mapping heißt, eine "Landkarte des Gedachten" von einer Einzelperson oder aus einer Gruppe zu zeichnen. Im Wesentlichen kommt es darauf an, in kurzer Zeit viele Ideen zu Papier zu bringen, ohne besonders auf eine später präsentable Form zu achten.
Stellen Sie sich vor, Sie möchten mit einer Gruppe von Kolleg/innen eine Schulung eröffnen. Vor Ihrer eigenen Präsentation möchten Sie mit Ihren Teilnehmer/innen ins Gespräch kommen und bereits einige Fragen an sie stellen. Sie wünschen sich, daß sich möglichst alle daran beteiligen. Von Ihrer Frage bzw. dem Stichwort, die oder das Sie auf einer Flipchart oder auf einer für alle sichtbaren Projektor-Folie in die Mitte schreiben, geht die gesamte Arbeit aus.
Beispiel:
- Stellen Sie eine themenbezogene Frage oder geben Sie ein Stichwort an, z. B. Mail.
Schreiben Sie das Erste, was genannt wird, irgendwo daneben, z. B. Verteiler.
Nehmen Sie alles Weitere auf, was Ihnen die Gruppe nennt, z. B. alle in der Abteilung, ausgewählte Adressaten.
Verbinden Sie alle Punkte durch Striche mit der Frage in der Mitte.
Wenn den TN zu einem Punkt noch mehr einfällt, hängen Sie Unterpunkte dran, z. B. Lesebestätigung.
- Schreiben Sie alles auf, was der Gruppe einfällt, verbinden Sie zu Unterpunkten, und hören
Sie erst auf, wenn wirklich nichts Neues mehr kommt.
|
Bei der Arbeit mit Mind Mapping haben Sie Erfolg, wenn Sie als Moderator/in folgendes beachten:
- Die Frage oder das Stichwort im Zentrum wird von allen akzeptiert und verstanden.
- Sie schreiben möglichst wörtlich das auf, was die Teilnehmer/innen sagen, und "übersetzen" nicht. Metaphern bleiben
Metaphern.
- Während des Sammelns lassen Sie keine Diskussionen zu. Wenn sich die Gruppe nicht einigen kann, zu welchem Unterpunkt
ein neuer Einwurf geschrieben werden soll, schreiben Sie ihn nötigenfalls zweimal hin oder ziehen Sie zwei Verbindungsstriche.
- Halten Sie sich nicht mit der Anordnung der Punkte auf, sie ist nicht wichtig.
- Alles darf gesagt und geschrieben werden. Auch dumme Bemerkungen werden aufgeschrieben.
- Fordern Sie einzelne Teilnehmer/innen zum Sprechen auf, wenn Sie den Eindruck haben, sie verkriechen sich hinter die
Aktiveren im Team.
- Erst wenn die Gruppe merklich lange nachdenkt, ob noch was kommen kann, und wenn die ersten Wiederholungen eintreffen,
beenden Sie die Sammlung.
Metaphern und "dumme Bemerkungen" haben einen praktischen Nutzen, wenn sie aufgeschrieben werden: Sie erhöhen oft
die Heiterkeit und damit die Entspannung in der Gruppe, das fördert das Ergebnis; die Gruppe weiß ja, aus
welchem Zusammenhang die Bemerkungen stammen, und wird sie deshalb auch nicht "falsch" interpretieren.
Beispiel:
Als eine Gruppe, die sich mit den Schwierigkeiten der internen Kommunikation und deren Beseitigung befaßte, das
Wort "Gummibärchen" in ihre Mind Map aufnahm, wurde die Belustigung im Raum so groß und die Stimmung
so heiter, daß die Lösungsideen fast spielerisch sprudelten. "Gummibärchen" stand für die bereits
praktizierte Idee eines Mitarbeiters, der seinen hausinternen Briefsendungen gelegentlich kleine Tütchen mit
Gummibärchen beifügte, die den Empfänger oder die Empfängerin entsprechend erfreuten. Jedesmal,
auch nach dem Workshop, wenn jemand das Wort "Gummibärchen" las, kam die Heiterkeit wieder auf.
|
Außer diesem lustbezogenen Aspekt haben sogenannte dumme Bemerkungen noch einen anderen Nutzen: Sie können
Synergieeffekte erzeugen, weil sie die Teilnehmer/innen auch auf andere Ideen bringen. Sie "stören" den gewohnten
Trott, und genau das kann zu einer Lösung beitragen.
nach oben
3.3.6. Brainstorming mit Moderationskarten
Hier unterstützt der oder die Moderator/in durch Medien: Moderationskarten verschiedener Form, Farbe und Größe. Wieder sorgt der/die neutrale Moderator/in dafür, daß alle zu Wort kommen, und daß keine Diskussion einsetzt, bevor nicht alle Ideen ausgesprochen wurden. Lediglich Verständnisfragen sind zulässig.
Beim Einsatz der Karten ist in der Vorbereitung zu beachten, daß die Informationsfülle, die Teilnehmerzahl und der Zeitaufwand sich im sinnvollen Rahmen bewegen. Folgende Faustformel gilt (5' bedeutet 5 Minuten):
- maximal 40 Karten insgesamt (auf einer Tafel), sonst lieber mehrere Fragen oder Untergruppen mit weniger Teilnehmer/innen
- 5'-15' schreiben, 20' vorlesen und hinhängen, 10'-30' diskutieren
- falls noch nach Kategorien sortiert wird, Diskussion hier einbeziehen:
- dann 20'-40' dafür einplanen
- bei Gruppen mit mehr als 7 TN selten zur Ideensammlung geeignet; dann lieber Untergruppen bilden, die sich anschließend
gegenseitig ihre Ergebnisse vorstellen
- evtl. eingrenzende Frage: "meine drei dringendsten Anliegen sind ..."
Wichtig ist beim Einsatz dieser Visualisierungstechniken, daß hier noch keine Entscheidungen getroffen,
sondern erst vorbereitet werden. Brainstorming kann als eine Methode zur Entscheidungsvorbereitung benutzt werden, ist aber
nicht mißzuverstehen als ein Algorithmus zur geheimnisvollen "automatischen" Entscheidungsfindung. Die
tatsächliche Entscheidung kommt erst zum Schluß!
An dieser Stelle fallen viele Führungskräfte, die sich bisher erfolgreich als Moderator bewährt haben, komplett
in ihre Führungsrolle zurück und verkünden der überraschten Gruppe ihre Entscheidung. Insbesondere im Hause
von Kunden sollten Sie das lieber bleibenlassen. Der Kunde entscheidet - oder auch nicht.
Wenn Sie sich nun zurückhalten, setzt jetzt vermutlich eine rege Diskussion ein über das, was die Gruppe unter Ihrer
Moderation zusammengetragen hat. Möglicherweise möchten Sie nun, da das Bild (fast) fertig ist, Ihre eigenen Punkte
noch hinzufügen. An dieser Stelle wird die Gruppe das am leichtesten akzeptieren, vorausgesetzt, Sie schreiben Ihre Ideen
genauso klein und stichwortartig zu denen der anderen, daß sie nicht als etwas Besonderes auffallen.
Solange die Ideen ausgesprochen und evtl. visualisiert und kategorisiert wurden, waren nur Verständnisfragen zulässig.
Erst in der dann anschließenden Diskussion können Wertungen und Meinungen ausgesprochen werden. Auch das heißt
noch nicht, daß die Entscheidung hier getroffen wird. Erst wenn sich alle geäußert haben und verschiedene
Argumente und Gegenargumente erwogen wurden, kann die tatsächliche Entscheidung beginnen.
nach oben
3.3.7. Abfragen mit Punkten
Punkte-Abfragen erfordern gute Vorbereitung, obwohl sie ganz einfach aussehen. Bei Punkte-Abfragen kommt es - wie bei allen Statistiken - darauf an, ob die Frage sinnvoll gestellt ist.
Nehmen Sie einmal an, Sie möchten vor einer Besprechung oder einer Präsentation in Erfahrung bringen, was Ihre Teilnehmer schon über das Thema wissen, und wie wichtig ihnen diese Themen sind.
Ihre Fragerunde moderieren Sie mit eine Mindmap auf Flipchart. Zur Bewertung bitten Sie Ihre Teilnehmer/innen, eine bestimmte Anzahl von Punkten für die genannten Begriffe zu vergeben. Lassen Sie Ihre TN die Punkte unbedingt selbst aufs Papier kleben.
Die Anzahl der Punkte sollte soviel wie ein Viertel bis zwei Drittel der zur Verfügung stehenden Möglichkeiten betragen. Klären Sie, ob Punkte auf einen Begriff gehäufelt werden dürfen, und wenn ja, wie viele; geben Sie an, ob alle Punkte verteilt werden sollen.
Beispiel für eine Punkteabfrage:
| Frage |
Kategorien für Antworten |
Punkteverteilung |
| Wie oft nutzen Sie bisher die Funktion x? |
- täglich
- wöchentlich
- gelegentlich
- so gut wie nie
|
1 Punkt pro Person |
| Welche Funktionen interessieren Sie besonders? |
- Verteilerliste
- automatische Antwort
- alternative Konfiguration
|
3 Punkte pro Person, 3-er-häufeln erlaubt |
| Wie erfahren schätzen Sie sich in diesem Thema ein? |
Leiste von 0 bis 100 Prozent |
1 Punkt pro Person |
| Wie nützlich und anwendungsfreundlich finden Sie die Funktion x? |
Koordinatensystem: nützlich (senkrecht) und anwendungsfreundlich (waagerecht) |
1 Punkt pro Person |
Alle Rechte für die Verwendung dieser Seminarunterlage liegen bei der Autorin, Vera Naumann Kommunikation & Organisation. Bitte geben Sie die Quelle an, wenn Sie die Unterlagen außerhalb des Seminarzwecks verwenden.
nach oben
zurück zur Auswahl