Vera  Naumann
Fichtenstraße 18
72184 Rohrdorf
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Selbstorganisation am Arbeitsplatz


2. Ordnungshilfen


Wollen Sie die Stapel auf Ihrem Schreibtisch verschwinden lassen? Wollen Sie auch die Stapel neben Ihrem Schreibtisch auflösen? Hätten Sie gerne überhaupt keine Papierstapel mehr?

Mit den folgenden Ordnungshilfen ist das möglich. Das Beste daran: Sie brauchen nicht aufzuräumen. Die Umstellung erfordert nicht, daß Sie zuerst sortieren. Sie arbeiten fast so weiter wie bisher. Sorgen Sie einfach dafür, daß kein Papier in seinen Stapel zurück kommt - sondern es liegt, nachdem Sie es bearbeitet haben, an einem der folgenden Orte:

Ein Aktenplan wie z. B. in einer öffentlichen Verwaltung legt bereits fest, was in Ordnern wie gesichert muß, damit gesetzliche Verpflichtungen eingehalten werden. Prüfen Sie, inwieweit das für Sie auch zutrifft: Wie lange müssen Ihre Buchhaltungsunterlagen aufbewahrt werden? Welche Produkt- oder Projektbeschreibungen sollten Sie aufheben, um Garantieansprüche auch später noch klären zu können? Wo werden Sie das, was Sie aufbewahren, höchstwahrscheinlich suchen?



Wiedervorlagemappe

Wiedervorlagemappe

Eine Wiedervorlagemappe ist eine Mappe mit verschiedenen Fächern, etwas größer als DIN A 4. Es gibt sie z. B. mit 12 Fächern (für 12 Monate) oder mit 31 Fächern (für 31 Tage). Die 31-er Mappe halte ich für besonders geeignet, um Arbeit auf eine oder mehrere Wochen zu verteilen.



An der Erweiterung wird noch gearbeitet:
Wiedervorlage mit EDV-Systemen, z. B. MS Outlook


Wiedervorlagemappe



Eine Wiedervorlagemappe verwandelt Stapel in geordnete Stapel: Sie beschließen, wann Sie ein Schriftstück das nächste Mal in die Hand nehmen, und legen es auf jenen Tag in die Mappe. Möglicherweise legen Sie es dann auch wieder weiter. Auf jeden Fall geht nichts verloren, denn an dem Tag, wo Sie es wieder vorgelegt bekommen, können Sie sich ja entscheiden, ob Sie es bearbeiten oder nicht.

Wenn Sie Ihre Tagespost entgegennehmen und auch die Faxe, die den Tag über ankommen, dann entscheiden Sie immer, ob Sie sie heute noch bearbeiten oder später. Spätestens wenn Sie am Abend Ihren Schreibtisch verlassen, haben Sie beschlossen, daß liegen bleibt, was Sie heute nicht bearbeitet haben. Dann kommt es auf den Tag, an dem Sie wieder darauf zugreifen wollen, in die Wiedervorlage, möglicherweise schon morgen.

Befüllen Sie die Wiedervorlagemappe nicht mit Dingen, die nur Platz wegnehmen und ebenso gut anderswo - z. B. in der Hängeregistratur oder im Fach "zu lesen" - aufbewahrt werden können. Legen Sie dann nur das jeweils aktuelle Blatt in die Wiedervorlage und verweisen Sie, wo der Rest liegt.

Vermerken Sie im Kalender, wann Sie wieder auf den Vorgang zugreifen möchten, insbesondere dann, wenn das einige Wochen vor Ihnen liegt. Im Kalender können Sie nämlich schneller blättern als in der Wiedervorlagemappe, und falls Sie ein Schriftstück früher suchen als geplant, finden Sie es so am sichersten wieder.


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Hängeregistratur

Hängeregistratur

Die Hängeregistratur ist eine große Schublade mit links und rechts je einer Schiene, an der bis zu 60 Mappen mit der Öffnung nach oben eingehängt werden können. In diese Mappen, die mit oben hervorstehenden Schildern beschriftet werden, passen je bis zu 50 Blatt Papier.

Gut geeignet sind Hängeregistraturen mit sprechenden Rückenschildchen. Aber Vorsicht: Älter als ein halbes Jahr dürfen die einzelnen Mappen in der Regel nicht sein, sonst sind die Daten entweder nicht wichtig oder nicht aktuell genug.

Auf Unterlagen in der Hängeregistratur kann man sehr schnell zugreifen - das ist optimal, wenn Sie während des Telefonierens blättern wollen.

 

 

Ordner

Ordner

Die Ordner haben in der Regel eine Abheftvorrichtung mit zweifach-Lochung. Große Ordner sind schwerer zu bewegen, müssen aber seltener erneuert werden. Außerdem stehen weniger Aktendeckel im Regalfach, wenn große Ordner verwendet werden, und sie sind leichter zu beschriften.

Ordner


Heftstreifen und Aktenfahnen

Heftstreifen und Aktenfahnen

Schriftstücke in Ordnern lassen sich wesentlich besser untergliedern, wenn Sie zusammengehörende Themen mit beschrifteten Aktenfahnen trennen oder mit Heftstreifen zusammenfassen. Der Vorteil von Aktenfahnen gegenüber Registerblättern ist ihre Flexibilität. Sie lassen sich jederzeit umsortieren, kürzen oder erweitern - Register nicht oder nur um den Preis, daß sie nicht mehr so hübsch aussehen.

Auf Aktenfahnen können Sie auch Querverweise notieren.



In meiner Buchhaltung liegt z. B. die letzte Betriebswirtschaftliche Auswertung des Vorjahres immer im neuen Jahr. Damit sie im alten Jahr, wo sie eigentlich ingehört, nicht gesucht wird, steht auf der Aktenfahne dort: letzte BWA siehe 2002.


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Lesematerial

Kasten für Lesematerial

Was Sie irgendwann einmal lesen wollen, gehört weder in einen Ordner noch auf den Schreibtisch. Ein Kasten, in dem nur Lesematerial landet, tut dafür gute Dienste. Oberstes Gebot: Keine Schriftstücke mit Termin im Kasten, die dort untertauchen könnten. Wenn Sie eine Zeitschrift bis zu einem bestimmten Termin lesen wollen, vermerken Sie dies im Kalender. Wenn der Kasten zu voll geworden ist, läßt sich in der Regel sehr schnell entscheiden, was sich mittlerweile überlebt hat und was unbesehen weggeworfen werden kann ... davon verbirgt sich auf diesem Beispielfoto einiges!
Nicht in die Lesekiste gehören Zeitschriften, die abgelegt werden sollen. Dafür gibt es Stehsammler.

Für Unternehmen, bei denen Zeitschriften stets für mehrere Leute zugänglich sein sollen, gibt es funktionale und dekorative Zeitschriftenständer, wo man sich je nach Bedarf holt, was aktuell gelesen wird.


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Ausgangspost

Der Kasten für die Ausgangspost enthält nur die Schriftstücke, die heute noch Ihren Schreibtisch verlassen werden, oder kuvertierte Briefe. Falls Sie im Laufe eines Vormittags mehrere Vorlagen zum Kopieren einsammeln, ist der Kasten dafür auch gut geeignet.



Posteingang

Posteingang



Ein Posteingangskorb auf dem Schreibtisch birgt die Versuchung, unbearbeitete Post einfach liegen zu lassen - damit bildet sich ein Stapel. Mein Posteingang bin ich entweder selbst: wenn ich da bin, entscheide ich sofort, ob etwas heute oder später bearbeitet wird, und benutze dafür z. B. die Wiedervorlagemappe. Oder, wenn ich nicht da bin, ist mein Schreibtisch für andere tabu: Eingangspost wird auf meinem Stuhl abgelegt.

Ein offener Kasten für Eingangspost lohnt sich nur dann, wenn Sie ihn bis zum Abend garantiert wieder geleert haben.



Kritzelbuch


Kritzelbuch

Ein Tipp, den mir eine Sekretärin gegeben hat und der mir persönlich sehr weiterhalf, ist das "Kritzelbuch" zum Telefon. Wenn ich meinen Anrufbeantworter abhöre oder wenn mir während eines Telefonates jemand Zahlen oder Daten gibt, z. B. eine Adresse oder eine Telefonnummer, dann fehlt mir oft das geeignete Stück Papier, wo diese Information eigentlich hin sollte. Und selbst wenn ich Notizzettel benutze, neigen diese regelmäßig zum Verschwinden.

Seit ich alle diese Notizen zuerst einmal ins Kritzelbuch schreibe und später, wenn nötig, übertrage, geht mir nicht nur nichts mehr verloren, sondern ich kann das Kritzelbuch oft als schnelleres Nachschlagewerk für Telefonnummern benutzen, besser als eine gut angefertigte Adreßliste. Mein Kritzelbuch ist ein Ringbuch mit extra großer Spirale (damit es offen liegen kann) im Format DIN A 5. Es hält jeweils fast ein Jahr.



Belegordner


Belegordner

Typisches Probelm für Selbständige, aber auch für steuersparwütige Sammler: Wie kann man Belege so aufheben und vorsortieren, daß die Buchhaltung und die Steuererklärung später nicht zum Alptraum werden? Ein Belegordner mit beschrifteten Klarsichthüllen tut mir seit Jahren gute Dienste. Nach den geschäftlichen Bereichen (Rechnungsausgang, Porto, Telefon, Dienstleister, Büromaterial etc., Fahrzeug geschäftlich) gibt es auch private Bereiche, z. B. Arztrechnungen und Garantien. Insbesondere weil oft der Kaufbeleg erst durch die Buchhaltung muß, aber als Garantieschein wichtig ist, brauche ich dieses Fach.

Ganz wichtig: Nicht Belege von mehreren Monaten oder Jahren mischen, wenn diese getrennt abgerechnet werden, sondern lieber gleich eintüten und mit "Dezember 2001"
o. ä. beschriften.


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Papierkorb-Management

Wenn Sie Ihren Kühlschrank durchsehen, können Sie anhand der Mindesthaltbarkeitsdaten gleich feststellen, ob Sie den Joghurtbecher noch aufheben wollen oder lieber gleich entsorgen. Dasselbe funktioniert bei Unterlagen, Akten, Heftern etc., denen Sie ein Wegwerfdatum geben. Manche Dinge kann man wirklich zu einer bestimmten Zeit wegwerfen. Was Sie aber später am Wegwerfen hindert, ist, daß Sie nicht mehr wissen, ob nicht vielleicht doch was Wichtiges dabei war! Deswegen sehen Sie einen Ordner gleich durch auf etwa wiederverwendbare Schriftstücke, und schreiben Sie außer dem Inhalt dann ein Datum außen drauf: "wegwerfen ab März 2002". Sie werden den Ordner später mit Genuß entsorgen.

Ebenso wegwerfen können Sie Informationen, die leicht wiederzubeschaffen sind. Sie müssen sich nur merken, wo Sie sie bekommen. Eine Aktennotiz wie "VDI-Unterlagen liegen bei Herbert" an der Stelle, wo Sie diese Information dann suchen würden, reicht dafür.

Broschüren veralten, kaum daß sie gedruckt sind. Wollen Sie wirklich auch nach Jahren noch auf alte Sachen zurückgreifen? Heben Sie nur das Deckblatt oder das Inhaltsverzeichnis auf, notieren Sie evtl. die Telefonnummer, wo man die ganze Broschüre bestellen kann. Der Rest kommt ins Altpapier.

Wenn Sie Anfragen - insbesondere interne! - erledigen, bei denen Sie nicht nachher nachweisen müssen, daß Sie sie auch wirklich erledigt haben, dann werfen Sie die Anfrage auch weg. Vorsicht: Bei allem, was mit Kunden zu tun hat, könnte eine Reklamation später erfordern, daß Sie Ihren gesamten Schriftwechsel haben. Dann lieber aufheben.

Werbung für bestimmte Artikel: Entweder Sie haben einen Hängeregisterordner, in dem Sie "Angebote für Anschaffungen" aufheben und jährlich ausmisten, oder Sie werfen die Werbung nach zwei Wochen weg. Dann war´s nicht so wichtig.

Von vielen auf Papier verfügbaren Informationen brauchen Sie nur einen Bruchteil. Werfen Sie alles weg, was nicht zu der Information gehört, die relevant ist für Sie. Geben Sie alles gleich weiter, was andere interessieren könnte. Weg vom eigenen Schreibtisch! Und wenn es nicht zurückkommen soll: Notiz dazu, "lesen und evtl. bitte entsorgen".

Wenn Zeitschriften von mehreren Leuten gelesen werden: Stellen Sie fest, wo sie archiviert werden, und machen Sie sich nötigenfalls eine Notiz über Thema, Titel und Fundstelle des Artikels, der Sie interessiert. Kopieren Sie ihn nicht, das erzeugt nur noch mehr Papier.


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Sonstiges


"Sonstiges" ist das, was Sie noch nicht für den Papierkorb freigegeben haben, oder das, was Sie im Moment nicht bearbeiten möchten. Terminsachen von terminfreien Unterlagen trennen!

Schaffen Sie sich Plätze dafür, die leicht zu leeren sind, und mischen Sie die Kategorien nicht:

Dringlichkeitskörbe sind out


Körbe, mit denen Sie Schriftstücke nach Dringlichkeit sortieren, verbrauchen mehr Zeit bei der Verwendung, als sie durch das Ordnungssystem einsparen. Ich habe noch niemanden getroffen, der mir erzählt hat, mit diesen Körben könne er wirklich durchgehend Dringendes und weniger Dringendes trennen, und es bleibe nichts an der falschen Stelle liegen. Trotzdem wird dieser Tipp immer mal wieder "verkauft".



Schubladen sind tabu!


In den Schubladen befinden sich nie Schriftstücke. Schubladen sind Aktengräber, das hat sich immer wieder herausgestellt. Die Motivation, etwas in einer Schublade zu suchen - übrigens auch in einem offenen Kasten - geht gegen Null. Benutzen Sie Schubladen also als Lager für Gegenstände, die Sie oft brauchen, aber nicht auf dem Tisch liegen haben wollen, z. B. Schreibgeräte.



Ordnungssystem auswählen


Für den schnellen Zugriff auf Informationen, die Sie häufig brauchen, gilt:

Dafür eignen sich Aktenordner offensichtlich nicht besonders gut, ebenso wenig wie Datenträger, die Sie erst in Ihre EDV laden müssen, bevor Sie mit der Suche beginnen können. Ob Sie Informationen, die Sie per EDV gespeichert haben, zusätzlich auch noch ausgedruckt vorrätig haben wollen, ist eine Frage der Datenmenge, der Aktualisierungshäufigkeit und der Funktionssicherheit Ihres EDV-Systems.

Nachdem Speicherplatz auf dem PC nicht mehr viel kostet, lohnt es sich, Daten einerseits auf dem PC (für schnellen Zugriff) zu archivieren, und andererseits Daten auf einem externen Datenträger zu sichern. Hervorragend geeignet sind CDs - Sie können den jeweils aktuellen Stand des Archivs und des aktuellen Datenbestandes auf CD brennen und die Vorgängerversion der CD wegwerfen. Besonders wertvolle Daten sollten auf zwei unterschiedlichen Datenträgern gesichert sein.

Wenn Sie in einem Unternehmen angestellt sind, fragen Sie die verantwortliche Führungskraft nach Datenschutz und Datensicherung. Viele Unternehmen haben dafür ein festgelegtes Konzept. Gute Datensicherung sorgt dafür, d aß Sie gut schlafen können, wenn einmal etwas passiert.


 

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